Pilgern durch England, reiten auf einem spanischen Banditentrail, per Hausboot durchs indische Kerala schippern: Alles, nur keinen Stillstand erlebt man bei diesen Reisen. Inklusive jeder Menge Einmal-im-Leben-Momente …
Unterschiedlich wie Tag und Nacht sind die beiden Städte Christchurch und Greymouth: Erstere, an der Ostküste, kommt mit ihrem Mix aus gotischer und ultramoderner Architektur urban daher. Die andere liegt an der gegenüberliegenden windig-rauen Westküste direkt an der Mündung des Flusses Grey, der hier in die Tasmanische See fließt. Die beste Art, diese beiden Perlen zu besuchen, ist eine Fahrt mit dem Landschaftszug TranzAlpine, der sie verbindet. Von Christchurch aus geht es durch das fruchtbare Farmland der Canterbury Plains und die Ebene des Waimakariri Rivers, über das massive Staircase-Viadukt, durch spektakuläre Schluchten, bis man schließlich das größte Bergmassiv Neuseelands erreicht, die Südalpen. Durch die extragroßen Panoramafenster wird der Blick frei auf schneebedeckte Gipfel. Beim Arthur’s Pass auf 921 Metern legt der Express einen Zwischenstopp ein, bevor er – vorbei an spiegelglatten Seen und dichten Wäldern – weiter Richtung Greymouth braust. Dort kann man sich zu einer Wanderung aufmachen oder eine Stunde später wieder mit dem Zug zurück nach Christchurch fahren. Weil’s so schön war.
Von Buenos Aires dorthin zu gelangen, wo Südamerikas sagenumwobende Dampflokomotive loszuckelt, ist kein leichtes Unterfangen. Zuvor muss man für die 1500 Kilometer lange Strecke, die man per Bus und Bahn durch die Pampa zurücklegt, ein Fahrplan-Labyrinth durchforsten. Doch am Ende dieser Odyssee wartet das Glück auf Schienen: La Trochita, das „Spürchen“, wie die Einheimischen ihre Schmalspurbahn nennen. Die sieht mit den Holzwaggons noch genauso aus wie 1922, als sie gebaut wurde. 57 Jahre später machte sie Paul Theroux in seiner Erzählung „The old Patagonian Express“ zur Legende. Eine Fahrt durch die beeindruckende Weite Patagoniens – bis (fast) ans Ende der Welt.
Im 7. Jahrhundert, als die Christianisierung in England noch in den Kinderschuhen steckte, zog der Mönch Cuthbert aus dem Benediktinerkloster in Melrose los, um das Evangelium zu predigen. Er soll viele Wunder bewirkt haben und wird als Heiliger verehrt. Folgen Sie seinen Spuren nach Northumberland zur heiligen Insel Lindesfarne, wo St. Cuthbart wirkte und starb. Losmarschiert wird in der schottischen Stadt Melrose mit ihrer eindrucksvollen Zisterzienserabtei. Der Weg führt durch abgeschiedene Dörfer, über mit Heidekraut überzogene Hügel und vorbei an eindrucksvollen Burgruinen, die von den vielen Kriegen im Grenzgebiet zeugen. Nachdem man die rauen Cheviot Hills passiert hat, geht’s weiter durch bewaldete Täler und Moorlandschaften bis zur zerklüfteten, windgepeitschten Küste von Northumberland. Ihr vorgelagert ist die Insel Lindisfarne, die zweimal täglich durch die Flut vom Rest der Welt abgeschnitten ist. Das wissen auch die Zugvögel und Robben zu schätzen.
Text: Duncan Craig, Deutsche Bearbeitung: Andrea Bierle, Elena Rudolph, Fotos: Matt Munro
Den vollständigen Artikel mit allen Abenteuern finden Sie in der Mai-Ausgabe des Lonely Planet Traveller.